Texte be-greifen – Die Gedächtnistrainerin

(c) AFNB

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Dass wir Texte nicht nur lesen, sondern auch begreifen müssen, um mit ihnen etwas anfangen zu können, ist bekannt. Doch haben Sie sich schon einmal über den eigentlichen Sinn des Wortes „be-greifen“ Gedanken gemacht? Dass es gut ist, beim Lernen im wahrsten Sinn des Wortes zu-greifen zu können, ist bekannt. Doch beim Lesen? Kognitionspsychologen des Exzellenzclusters CITEC an der Uni Bielefeld haben in einem Experiment jetztnachgewiesen, dass unser Gehirn beim Lesen ein Wort schneller erkennt, wenn wir währenddessen etwas greifen. Das muss nichts mit dem Lesestoff zu tun haben. Wichtig ist nur, dass etwas be-griffen wird. So mussten die Probanden während des Lesens einzelner Wörter drei verschieden große Würfel greifen. Ihr Gehirn verarbeitete die Wörter dann schon nach einer Zehntelsekunde, statt nach einer Drittelsekunde wie üblich. Faszinierend ist auch, dass damit belegt wird, dass Sprache und Motorik im Gehirn gemeinsam verarbeitet werden.

Das heißt für uns: Greifen Sie beim Lesen öfter mal nach etwas – ein Schmeichelstein, ein Würfel oder etwas, das Ihnen angenehm in der Hand liegt. Und mit der gewonnenen Zeit machen Sie etwas schönes. Wobei Sie bei einem Zeitgewinn von etwa einer Fünftelsekunde schon mindestens drei Harry-Potter-Bandy am Stück lesen müssen, damit es sich auswirkt…

In diesem Sinne,

Ihre Julia Hayn