So funktioniert das mit dem Langzeitgedächtnis

Jetzt ist ‚raus, was Lernenden schon lange klar ist – auch wenn sie die Konsequenzen daraus nicht immer gezogen haben: Kleine Lerneinheiten sind sinnvoller und bringen weit mehr als stundenlang am Stück zu lernen.

Die Lerneinheiten erscheinen im Gehirn als Eiweißmoleküle (Proteine), die die Synapsen langfristig verstärken. Die Synapsen wiederum sind wichtig für die Übertragung von Informationen als Reizen. Wenn jetzt kurzfristig ein ähnlicher, also thematisch zusammenhängender Reiz, im Gehirn erscheint, wird der vorige Reiz dadurch gestärkt. Erscheint ein neuer Reiz – also Lernstoff, der nicht ähnlich genug ist, kann dieser die Eiweißmoleküle für sich in Anspruch nehmen. Dadurch geht die erste Erinnerung verloren.

Deshalb: Lernen Sie unbedingt in kleinen Häppchen über viele Tage verteilt. Dadurch stärkt sich Ihr Lernstoff sozusagen selbst, d.h. die Eiweißmoleküle stärken die Synapsen.

Vermeiden Sie vor allem Multitasking: Durch andere Reize wie Emails, Surfen im Internet oder Telefongespräche erscheinen neue Eiweißmoleküle im Gehirn. Dann ist es am Schluss Mister Zufall, der entscheidet, was Sie sich merken und was nicht.

Im Übrigen wird der Lernstoff normalerweise im Kurzzeitgedächtnis gespeichert, nur in Ausnahmefällen gleich im Langzeitgedächtnis. Letzteres passiert u.a. dann, wenn es sich um eine Information existenzieller Art handelt oder wenn sie uns emotional anderweitig extrem berührt.

Den Transfer vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis schaffen Sie durch Wiederholen, siehe oben.

Herausgefunden hat diese Dinge auf zellulärer Ebene eine Arbeitsgruppe um den Professor Dr. Martin Korte von der Technischen Universität Braunschweig.

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