Neue Wege gehen – die Weihnachtsampel Newsletter V 2014

Ja, mittlerweile haben es wohl alle gemerkt: Weihnachten steht plötzlich wieder völlig unerwartet vor der Tür. Die stressige Adventszeit ist angebrochen. Glücklich, wer schon Geschenke hat. Die, die noch keine haben, werden durch volle Innenstädte geschoben oder stehen bzw. sitzen vor dem Computer vor einer unüberschaubaren Fülle an Geschenkevorschlägen, die über das Internet zu bestellen sind. Ach ja, gebacken werden muss auch noch. Was kochen wir eigentlich dieses Jahr zu Weihnachten? Der eine mag Fleisch, der andere nicht usw.

Und hier mache ich mal einen Stopp. Pause. Innehalten.

Eine Sache, die mir schon öfter durch den Kopf gegangen ist und auf die ich durch folgende Bemerkung einer berufstätigen Freundin mit drei Kindern gekommen bin. Sie sagte mir vor ein paar Jahren: „Also für mich ist die Adventszeit gar nicht stressig. Ich weiß nicht, was die Leute alle haben.“ Das hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken und ich habe festgestellt: Stimmt, so schlimm ist das alles gar nicht. Ich rede einfach das nach, was mir alle vorsagen. Wie blöd. Ich habe zwar das Glück, eine Familie zu haben, die keine riesigen Ansprüche stellt, aber ich mache mir selbst auch keine. Wir kochen an Hl. Abend das, wozu wir alle Lust haben und wenn es nicht die Gans ist (die es im übrigen noch nie war), ist das auch okay. Das Haus ist auch nicht auf Hochglanz geputzt, aber so, dass wir es schön festlich haben können. Geschenke – ja, die muss ich auch noch besorgen. Aber das wird auch noch gelingen. Für manche Menschen wird mir etwas Tolles einfallen, bei Anderen dieses Jahr eben nichts besonders Supertolles, aber ein schönes Geschenk wird jeder bekommen.

Wir sind oft in Routinen gefangen und diese Routinen verleiten uns dazu, aus Bequemlichkeit (auch weil unser Gehirn bequem ist und Energie sparen will und deshalb gerne in alten Bahnen denkt) bei ihnen zu bleiben. Das heißt konkret: Bitte überlegen Sie sich, ob Sie wirklich in den Chor derer mit einstimmen müssen, die die Adventszeit so schrecklich finden. Vielleicht läuft bei Ihnen alles soweit ganz normal, evtl. an etwas mehr zu denken als sonst – aber vielleicht ist es auch nicht sooo schlimm. Schon diese kurze Besinnung kann helfen, sich nicht mehr so stressen zu lassen.

Für diejenigen, die tatsächlich im Stress stecken und auch für die, die ihn nicht aufkommen lassen wollen, habe ich die Weihnachtsampel entwickelt.

Wir haben noch 2 Wochen und ein paar Tage bis Heilig Abend. Wenn Sie die Weihnachtsampel über diese Zeit legen, kann Ihnen das den Superstress vor Heilig Abend vermindern helfen.

Rote Phase: 08. bis 14.12.

In dieser Woche erledigen Sie all das, was Sie sonst in aller Hektik kurz vor Weihnachten machen. Nutzen Sie diese Woche, die Geschenke zu kaufen, das Menü zu planen und die Lebensmittel einzukaufen bzw. vorzubestellen. Kaufen Sie den Weihnachtsbaum (geschlagen ist er sowieso schon – es sei denn, Sie zelebrieren den Kauf im Wald und schlagen ihn selber). Stecken Sie alles in diese Woche, was Sie können. Stressen Sie sich sozusagen.

Gelbe Phase: 15.12. bis 21.12.

Schalten Sie einen Gang zurück. Überlegen Sie, was noch fehlt. Welches Geschenk ist noch nicht besorgt? Welche Plätzchen noch nicht gebacken? Die gelbe Phase ruft dazu auf, vielleicht auch mal ein oder zwei Sorten weniger zu backen. Oder auf gekaufte Plätzchen auszuweichen – auch davon fällt Weihnachten nicht aus. Genießen Sie diese Woche Advent, denn eigentlich sollte es eine ruhige Zeit sein, die der Sammlung vor Weihnachten dient.

Grüne Phase: 22.12. bis 24.12.

Alles ist soweit vorbereitet. Fehlt noch das Schmücken des Baumes, das Einkaufen/Abholen der frischen Lebensmittel und das Kochen selbst. Genießen Sie das, was noch zu tun ist. Kochen Sie in Ruhe – Sie haben Zeit, denn alle anderen Dinge sind schon erledigt. Sollte etwas Unerwartetes passieren (die Schwiegermutter kommt jetzt doch oder ähnliche Sachen), kann Sie das nicht umhauen. Planen Sie soweit wie möglich um. Das funktioniert. Denn Sie pfeifen jetzt eben nicht aus dem letzten Loch, sondern haben die Situation in der Hand und freuen sich auf Weihnachten.

Warum ich Ihnen das schreibe? Obwohl ich weiß, dass es viele organisierte Menschen gibt, die ihren Plan für die Adventszeit haben, gibt es eben auch vermutlich genauso viele, die an Heilig Abend bedauernd unter dem Baum sitzen und die Adventszeit schon wieder verpasst haben.

Als ich mir überlegt habe, was ich in diesem Newsletter schreibe – es war klar, dass es um Weihnachten und praktische Tipps dazu gehen sollte – kam mir schnell eine meiner Lieblingskreativitätsmethoden in den Sinn: Das paradoxe Brainstorming. Da werden Themen einfach auf den Kopf gestellt. So kam ich auf die Idee, den vorweihnachtlichen Stress auch auf den Kopf zu stellen. Damit Sie in Richtung Fest wieder mehr Luft zum Atmen haben.

Jetzt wünsche ich Ihnen allen wunderschöne, ruhige Feiertage und dass Sie, egal welcher Konfession und ob Sie Weihnachten feiern, den Geist Ihres Gottes spüren.

In diesem Sinne,

Ihre Julia Hayn