Maß halten: Bitte auch im Gehirn! Die Gedächtnistrainerin

All das, was wir an Informationen behalten möchten, muss „wohl dosiert“ im Gehirn ankommen. Zu viel Erregung ist genauso kontraproduktiv wie zu wenig. Dabei sprechen wir von Sinneseindrücken, also wenn wir beispielsweise mit unserer Hand etwas greifen oder wenn wir etwas sehen oder hören. Nur das, was unser Gehirn in der richtigen Dosis reizt, wird von uns bewusst wahrgenommen und kann weiterverarbeitet werden.

(c) AFNB

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Forscher an der Uni Göttingen sind auf dem Weg, das Geheimnis um die richtige Dosierung zu lüften, ein Stück weitergekommen. Dabei ist das richtige Gleichgewicht zwischen hemmender und erregender Weitergabe von Reizen der Schlüssel zum Verständnis dessen, was in unserer Großhirnrinde abgeht.

Im Cortex gibt es eine Menge unterschiedlicher synaptischer Verschaltungen zwischen hemmenden Nervenzellen. Diese Verschaltungen, die „Disinhibitionsschalter“, dienen dazu, Sinnesreize zum Bewusstsein gelangen zu lassen. An diesem Punkt haben Dr. Mirko Witte und Prof. Dr. Jochen Staiger vom Institut für Neuroanatomie der UMG geforscht und sie konnten zeigen, „dass verschiedene Typen von Nervenzellen diesen Schalter mit unterschiedlicher Dynamik umlegen können.“ (UMG) Etwa so, wie wenn wir den Gartenschlauch mit Wucht öffnen und der Wasserstrahl stark ist oder wenn ihn jemand anders sanft öffnet, so dass das Wasser nur herausplätschert. Die Neuronen und Disinhibitionsschalter mögen mir diesen banalen Vergleich verzeihen.

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Wir können die Weitergabe von Sinnesreizen bewusst beeinflussen, in dem wir beim Erinnern von Informationen einige wenige wichtige Punkte beachten:

  • Nehmen Sie Informationen bewusst wahr, indem Sie sie wiederholen.
  • Laden Sie Fakten emotional durch Bilder oder Farben auf.
  • Konzentrieren Sie sich auf das, womit Sie sich gerade beschäftigen und überlassen Sie Multitasking anderen (die es übrigens auch nicht können).
  • Erfahren Sie bei mir mehr über die Arbeitsweise unseres Gehirns und lassen Sie sich verblüffen, wie gut Mnemotechniken helfen, um uns Namen oder Fakten merken zu können.