Interaktiv vortragen – leichter gesagt als getan

Wie beziehe ich das Publikum in meine Präsentation mit ein?

Vielen Präsentierenden ist bewusst, dass eine Präsentation besser beim Publikum ankommt und dort im Gedächtnis bleibt, wenn das Publikum mit einbezogen wird und der Vortrag einen interaktiven Charakter hat.

Neurowissenschaftler bestätigen, dass die Botschaft besser ankommt, wenn der Zuhörer mitreden darf. Denn

  • Wir beziehen die Informationen, die wir hören, automatisch auf uns selbst und gleichen sie mit Erfahrungen ab, die wir gemacht haben. Eine sehr positive Selbstbestätigung bekommen wir, wenn wir danach gefragt werden und die laut mitteilen dürfen.
  • Auch beim Zuhören geht es i.w.S. um Lernen, und zwar Lernen mit allen Sinnen. Schließlich soll das, was wir hören, auch im Gedächtnis bleiben. Wenn wir selbst etwas sagen, ist das ein anderer Reiz fürs Gehirn als „nur“ das Zuhören – und unser Gedächtnis sagt uns: Super, das muss sehr wichtig sein, also ab damit Richtung Langzeitgedächtnis.
  • Manch einer ist etwas angespannt, wenn er im Plenum etwas sagen soll oder darf. Anspannung bedeutet leichten Stress, das heißt: Adrenalin und andere Stresshormone werden ausgeschüttet – und die wiederum sorgen für Wachheit und Konzentration.
  • Unser limbisches System ist das emotionale Bewertungszentrum im Gehirn. Was gibt es besseres, als wenn der Redner unseren Beitrag positiv bewertet? Das limbische System läuft auf Hochtouren. Und Informationen, die
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    emotional aufgeladen sind, landen im Gedächtnis und bleiben dort zumindest einen Weile lang.

Doch wie funktioniert jetzt das „Publikum-Einbeziehen“?

  • Stellen Sie eine Frage. Statt die vorbereiteten Stichpunkte aufzuzählen, stellen Sie Ihrem Publikum die Frage: „Wissen Sie, wie viel…“, „Was glauben Sie denn, warum….“, „Wie oft haben Sie selbst schon…“
    Dabei geht es hier nicht immer um die richtige Antwort. Auch eine Schätzung kann eine gute Antwort sein.
  • Bringen Sie das Publikum miteinander ins Gespräch. Aufforderungen, sich mit dem Nachbarn oder Hinter- bzw. Vorderfrau auszutauschen, lockert die Stimmung und fördert das Netzwerken. Möchten Sie, dass sich unbekannte Menschen miteinander unterhalten, nehmen Sie die Hinter- bzw. Vorderfrau. Denn Nebenmann oder –frau sind oft Bekannte, Freunde oder Kollegen.
  • Integrieren Sie Bewegung in Ihren Vortrag. Wer von mir schon einen Vortrag gehört hat, weiß, dass ich auch einen ganzen Saal voller Leute aufstehen lasse, um eine Übung mitzumachen. Das Stöhnen gehört zum Spiel dazu und ich kommentiere es mit einer netten Bemerkung.

Haben Sie weitere Fragen dazu oder zum Thema „Präsentieren – punktgenau beim Zuhörer landen“? Dann kontaktieren Sie mich hier.