Flow – jeder will ihn, nur mancher bekommt ihn

Immer wieder höre ich „Da kam ich in den Flow.“, „Wow, da war ich im Flow.“ Soll heißen, dass diese Menschen dann für eine Zeitlang absolut versunken in ihrer Tätigkeit waren und sich die Dinge wie von selbst erledigt haben. Manche Menschen sagen, nur im Flow seien sie kreativ.

Foto freedigitalphotos.net

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Auch um dieses Thema ranken sich einige Mythen, die ich leider entzaubern werde:

  • Flow ist per definitionem nur bei Bewegung zu erreich en. Das heißt, dass ihn vor allem Sportler, aber auch Künstler wie z.B. Tänzer erreichen.
  • Je besser ich eine Tätigkeit beherrsche, desto eher komme ich in den Flow. Mein präfrontaler Cortex (also der Teil des Gehirns, mit dem wir Dinge bewusst tun), fährt dabei herunter – natürlich nicht ganz.
  • Der Flow ist nicht automatisch ein Freifahrtschein zu super Ideen und mehr Kreativität. Im Flow sind wir einfach ganz bei uns und in unserem Handeln – und wenn das heißt, dass ich dann meine Joggingstrecke konzentriert laufe, dann bleibt ein sehr befriedigendes Gefühl. Auch ohne großartige neue Ideen.
  • Ein Flow dauert nicht ewig. Unser Gehirn ist immer darauf bedacht, unsere Umwelt nach möglichen Gefahren zu scannen. Und diese Gehirnteile holen uns auch relativ schnell aus dem Flow wieder heraus.
  • Flow ist anstrengend. Auch deshalb kann er nicht ewig dauern.
  • Wenn jetzt einige meiner Leserinnen und Leser denken: „Aber ich komme bei meiner Arbeit am Schreibtisch auch immer wieder in den Flow und bin dann besonders kreativ.“ – Dann freut mich das sehr und nennen Sie es weiterhin umgangssprachlich gerne Flow. Im offiziellen Sprachgebrauch ist es allerdings keiner. Was Ihrem guten Gefühl keinen Abbruch tun sollte!

Mehr zu diesem schönen Thema gibt es in der Zeitschrift Gehirn&Geist 24, 04/2017. Sehr zu empfehlen!