Die Gedanken sind frei… Newsletter 2016 I

…und machen, was sie wollen.

Sind Sie auch immer wieder unaufmerksam im Gespräch? Schweifen Ihre Gedanken ab, wenn Sie gerade einen Text aufmerksam lesen möchten? Die Situation ist oft unangenehm, schnell kommen Zweifel an der Leistungsfähigkeit des eigenen Gehirns auf. Doch hier kann meist Entwarnung gegeben werden. Selten ist das Gehirn krankhaft betroffen. Normalerweise gibt es Abhilfe, die Sie schnell und mühelos umsetzen können.

Der nette und wertvolle Mitarbeiter Meier kommt zu Ihnen, um eine wichtige Angelegenheit vorzubringen. Leider ist seine Erzählweise so blumig, dass er um den Kern des Problems herum noch viele andere Dinge einstreut. Sie ertappen sich irgendwann dabei, dass Sie abschweifen und Ihnen die eigentlich wichtigen Dinge somit entgehen.

Sie haben sich Zeit freigeschaufelt, um sich endlich den einigermaßen schwer zu lesenden aber sehr wichtigen Fachartikel vorzunehmen. Sie sind am Ende eines langen Arbeitstages müde und unkonzentriert, möchten das aber noch erledigen. Sie ertappen sich dabei, wie sie die Absätze zwar lesen, aber gar nicht mehr mitbekommen, was Sie lesen und schon Ihr Abendprogramm gedanklich durchgehen.

Abgesehen von sinnvollen Gesprächsführungs- und Konzentrationstechniken, die hier zum Einsatz kommen sollten, einige wichtige Hinweise zur Arbeitsweise unseres Gehirns.

Warum schweifen wir ab, wenn wir uns doch in einer bestimmten Situation konzentrieren möchten?

Besonders dann, wenn es bei einer Kommunikation um die Vermittlung neuer Sachverhalte geht, ist das Arbeitsgedächtnis stark gefordert.

Allerdings ist die Aktivität dieses Kurzzeitspeichers für unseren Organismus eine sehr teure, weil energiezehrende Angelegenheit. Bei nahezu jeder sich bietenden Gelegenheit versucht unser Körper daher, die Aktivität des Arbeitsgedächtnisses zu reduzieren.

Außerdem ist unser Kurzzeitspeicher nicht nur auf kurzfristiges Speichern ausgelegt, sondern seine Speicherkapazität ist auch extrem begrenzt: Wir können uns gerade einmal 7 +/- 2 sogenannte „Chunks“ (Sinneseinheiten) auf einmal merken.

Und zu allem Überfluss ist dieses Gedächtnis auch noch sehr störanfällig, weil es sehr empfänglich für emotionale Zustände ist.

5 Sofortmaßnahmen für mehr Aufmerksamkeit

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Sollten Ihnen jetzt Zweifel gekommen sein, dass mit solch einem Gedächtnis sinnvolles Arbeiten überhaupt möglich ist, dann entspannen Sie sich bitte. Stresshormone beeinträchtigen nämlich ebenso die Arbeitsleistung unseres Gedächtnisses.

  1. Achten Sie auf Ihren körperlichen Zustand: Wenn Sie müde und erschöpft sind, dann holen Sie wenigstens kurz ein paar Atemzüge frische (!) Luft und gehen Sie ein paar Schritte. Am besten zu Fuß die Stockwerke im Firmengebäude runter, raus an die Luft und zu Fuß wieder hoch. Das reicht für den Endspurt des Tages.
  2. Trinken Sie, essen kann warten. Für akute Energie-Mangel-Situationen sind jedoch kurzfristige Energielieferanten sinnvoll wie Trockenfrüchte, Traubenzucker – oder Schokolade.
  3. Die Chunks, also Sinneseinheiten, die wir uns merken können, können im Extremfall sieben einzelne Buchstaben sein, z.B. G E H I R N E. Schlauerweise fassen Sie die Chunks bitte zusammen, in diesem Fall zum Wort „Gehirne“. Schon haben Sie noch Platz für sechs bis sieben weitere Chunks. Das heißt konkret: Stellen Sie das zu Lesende bzw. Ihr Gesprächsthema in einen konkreten Zusammenhang zu dem schon vorhandenen Wissen in Ihrem Gedächtnis.
  4. Helfen Sie Ihrem Gedächtnis bei der Arbeit: Machen Sie sich vor dem Lesen eines Artikels Gedanken darüber, was darin stehen könnte. Was wissen Sie schon vom Thema bzw. was wollen Sie wissen? Bei Gesprächen mit Mitarbeitern ist es gehirntechnisch sehr sinnvoll, vorab gemeinsam das Thema abzugrenzen. So weiß Ihr Gehirn, an welcher Stelle es das Gesagte abspeichern kann und Sie haben auch gleichzeitig viel größere Chunks zur Verfügung.
  5. Und die Emotionen? Machen Sie sich zu Nutze, dass wir mit Emotionen sehr gut lernen können. Emotionen entstehen durch Bilder, also: Machen Sie sich Bilder vom Gelesenen/Gesprochenen! Denken Sie bewusst in Bildern und versuchen Sie, einen Film vor Ihrem inneren Auge vorüberziehen zu lassen. Das funktioniert mit der trockensten Materie, lassen Sie sich faszinieren.

Ich wünsche Ihnen gute Gespräche und effektive Zeit zum Lesen – sollten Sie Unterstützung bei der Umsetzung brauchen, melden Sie sich bei mir.

In diesem Sinne,

Ihre Julia Hayn