Die fünf goldenen Regeln des Präsentierens Newsletter X 2013

„Wenn du eine Botschaft vermitteln willst, schick ein Telegramm.“

Woody Allen hat es, wie so vieles, auf den Punkt gebracht: Wenn Sie anderen Menschen etwas vermitteln möchten, fassen Sie sich kurz. Dabei ist es gleichgültig, ob Sie als Trainerin, Lehrer oder Angestellte unterwegs sind und einen einfachen oder komplizierten Sachverhalt vermitteln müssen. Auch, ob Sie an der Tafel, mit PowerPoint oder Flipchart arbeiten.

Noch überspitzter formuliert: Sie können über alles reden. Nur nicht über fünf Minuten. Ich denke, Sie wissen, was ich meine.

Damit Sie wissen, wie Sie das in die Praxis umsetzen können, gibt es zwei Möglichkeiten:

Sie besuchen mein Seminar „Präsentieren – so kommt Ihre Botschaft an“ am 31.10.13 in Nürnberg oder/und Sie prägen sich die fünf goldenen Regeln für Präsentierende ein:

1.       Reden Sie kurz, aber präzise

Für Vortragende ist es oft schwierig, sich in den Wissensstand ihrer Zuhörer hineinzuversetzen. Sie selbst sind Experte oder Expertin in Ihrem Gebiet, die Zuhörerinnen und Zuhörer sind auf jeden Fall ein bis idealerweise mehrere Schritte hinter Ihnen. Versuchen Sie, sich vorzustellen, welche Fragen Sie sich zu Beginn Ihrer Beschäftigung mit Ihrem Thema gestellt haben. Was war Ihnen unklar? Wo mussten Sie mehrmals nachhaken, um alles zu verstehen? Stellen Sie sich vor, Sie würden den Sachverhalt jemandem erklären, der fast nichts darüber wissen kann. Als Lehrer stellen Sie sich Schüler vor, die zwei bis drei Klassen niedriger sind als Ihr Gegenüber. Im Büroalltag stellen Sie sich einen Mitarbeiter vor, der gerade neu angefangen hat. Als Trainerin oder Trainer stellen Sie sich vor, dass keiner Ihrer Zuhörer bisher etwas mit Ihrem Thema zu tun gehabt hat. Als Hochschuldozent stellen Sie sich vor, Sie stehen vor Erstsemestern oder vor Abiturienten. So entgehen Sie der Gefahr, Ihren Vortrag mit Fachbegriffen zu bestücken, die nicht alle verstehen. Sie verwenden automatisch eine einfachere Sprache. Seien Sie sich auch dessen bewusst, dass es fast immer Zuhörerinnen oder Zuhörer gibt, die einen Basisbegriff zwar nicht verstehen, sich aber nicht trauen sich zu melden.

2.       Versetzen Sie sich in Ihre Zuhörer

Jeder und jede von uns tickt anders. Das heißt, dass Sie niemals einen Vortrag halten werden, bei dem zu 100 % alle zufrieden sind. Gott sei Dank! Wie langweilig wäre das auf Dauer. Damit Sie aber annähernd alle fast zufriedenstellen, machen Sie sich bitte bewusst, dass wir Menschen mit verschiedenen Sinneskanälen lernen, das heißt Dinge aufnehmen. Überlegen Sie sich, welchen Sinneskanal Sie auf welche Art und Weise bedienen können.

  1. Ohren: Hier ist es einfach, sprechen Sie! 😉 Je nach Art und Länge des Vortrags sind hier noch Einspieler als Video denkbar oder Musik. Aber Achtung: Weniger ist mehr!
  2. Augen: Visualisieren Sie (mehr dazu in Punkt 3).
  3. Hände: Hier beziehen Sie auf den Tastsinn und das Bedürfnis, sich während eines Lernvorganges zu bewegen. In der Schule oder in Trainings sind hier kleine Bewegungseinheiten hilfreich. Bei Businessvorträgen laden Sie die Zuhörer/-innen zum Begreifen ein, indem Sie Block und Stift (idealerweise mit Ihren Kontaktdaten darauf) bereitlegen. Manchem hilft es, einfach „mitzukritzeln“, um mit voller Konzentration dabei zu sein.
  4. Nase: Der Geruchssinn ist ein emotional beladener Sinn. Hier geht es vor allem um ein gutes Raumklima. Lüften Sie, achten Sie auf die Temperatur. Stellen Sie den Pausensnack nicht von vornherein im gleichen Zimmer bereit, der Duft könnte ablenken.
  5. Geschmack: Hier sind Vortragende im Rahmen von Weinproben u.Ä. klar im Vorteil. Alle anderen könnten mit kleinen Traubenzuckern, Bonbons oder Gummibärchen als Geschenk auf dem Platz punkten. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!

3.       Setzen Sie Bilder und Farben ein

Unser Gehirn merkt sich Dinge in Bildform am besten. Versuchen Sie, Ihre Inhalte zu visualisieren, indem Sie Fotos präsentieren, auch Cartoons oder Zeichnungen. Im Internet gibt es eine riesige Fülle davon, beispielsweise Cliparts von Microsoft. (Bei Bildmaterial aus dem Netz bitte immer das Urheberrecht beachten.) Darüber hinaus gibt es viele kostenlose Bilddatenbanken wie pixelio, piqs etc.

Auch wenn Sie sich zu den unkreativen Menschen im Sinne von „Ich kann nicht malen“ zählen: Tun Sie es trotzdem! Mit wenigen Strichen lassen sich gut erkennbare Männchen, Frauchen, Gegenstände und auch Emotionen an Tafel oder Flipchart malen. Vorlagen gibt es auch dazu massenhaft, von Kindermal-Lernbüchern bis zu sehr gut aufgemachten Publikationen aus dem Trainingsbereich (siehe Buchtipp unten).

4.       Gestalten Sie die Präsentation interaktiv

Nehmen Sie das Heft in die Hand. Fragen Sie ins Auditorium hinein, lassen Sie Ihre Zuhörerinnen und Zuhörer reden. Fast jeder erzählt gerne, was er oder sie schon weiß. Nutzen Sie das z. B. in der Phase, in der Sie Basics erklären (siehe auch Punkt 1). Lassen Sie sich z. B. kurz die grundsätzlichen und normalerweise bekannten Begriffe erläutern, die Sie zu Beginn der Stunde oder der Präsentation wiederholen. Geben Sie die Inhalte nicht vor, sondern erfragen Sie sie. Damit gewinnen Sie Ihre Zuhörer für sich, sie fühlen sich direkt angesprochen und wertgeschätzt, da Sie auf deren Beiträge eingehen. Die Interaktion lässt sich bei den meisten Themen gut durchführen. Zu beachten ist lediglich die Größe der Zuhörerschaft. Bei Vorträgen vor 100 Zuhörern und mehr sollte die Methode gut überlegt und eingeübt sein. Möglich ist es aber auch da, das Publikum aktiv mit einzubeziehen.

5.       Bleiben Sie in Erinnerung

Ihr Vortrag war präzise, hervorragend visualisiert und interaktiv. Wunderbar. Damit haben Sie die Zuhörerinnen und Zuhörer in Ihren Bann gezogen, die Botschaft ist angekommen. Der erste Schritt ist geschafft. Der zweite Schritt ist, dass Sie und Ihre Botschaft in Erinnerung bleiben. Dazu ist Wiederholung nötig. Das heißt, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer an Sie und Ihren Vortrag denken müssen. Damit Sie in Erinnerung bleiben, geben Sie den Menschen etwas Gegenständliches mit, angefangen vom schon erwähnten Block samt Stift mit Ihren Kontaktdaten über Essbares mit Ihrem Logo bis zu Kleinigkeiten, die Sie in der Anschaffung wenig kosten, aber im Gedächtnis Ihrer Zuhörer eine langfristige Wirkung hinterlassen. Optimal ist es, wenn Sie in den Besitz der E-Mail-Adressen Ihrer Zuhörer/-innen gelangen und (nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Adressaten) regelmäßig Newsletter verschicken. So kommen Sie immer wieder in Erinnerung. Stimmt’s?

 

Herzliche Grüße,

Julia Hayn