Das Gehirn als Vorbild – schnelle Reaktion dank guter Vorbereitung – Die Gedächtnistrainerin

(c) AFNB
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Gehören Sie zu den Menschen, die gerne etwas vorbereiten, damit es dann am Ende schneller geht? Die z.B. Teile der Reisegarderobe schon bereit legen, um sie dann am Abend vor Abreise auf die Schnelle im Koffer verstauen können. Oder die möglichst viel für ein wichtiges Meeting  schon vorbereiten, damit sie es dann in der stressigen Endphase nur aus dem digitalen Ordner ziehen müssen? Oder gehören Sie zu denjenigen, die das gerne tun würden, denen aber immer etwas dazwischenkommt, so dass am Ende oft Frust, Hektik und Stress herrschen?

Unser Gehirn macht es uns vor: Forscher an der Uni Basel haben entdeckt, dass Neuronen, unsere Gehirnzellen, einen Vorrat an DNA-Kopien anfertigen, um im Bedarfsfall gerüstet zu sein und schnell reagieren zu können. Je nach Situation müssen sich die Nervenzellen sehr schnell an Reize anpassen. Muss ein neues Protein, z.B. ein Antikörper, erstellt werden, so würde das ohne Vorbereitung bis zu vielen Stunden dauern. Da sich in diesem Fall Krankheitserreger aber schon weit im Körper ausgebreitet haben könnten, ist schnelles Handeln erforderlich. Dann kommen die Vorrats-RNA-Moleküle im Spiel. Sie werden sozusagen als Bausatz in einer Art Zwischenablage im Zellkern gespeichert, können im Notfall schnell in das nötige Protein eingebaut werden und sind in Sekunden- bis Minutenschnelle einsatzbereit.

Wenn das nicht mal wieder ein genialer Schachzug unseres Gehirns ist! Bleibt die Frage, warum wir bei aller Genialität unseres Gehirns uns nicht eine Scheibe davon abschneiden und uns selbst öfter noch besser vorbereiten, um dann entspannt unsere Aufgabe erledigen zu können. Doch das bleibt wohl das Rätsel jedes einzelnen von uns.