8 Tipps für eine gehirnfreundliche Weihnachtszeit

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Unser Gehirn schläft nie, ständig ist es auf Touren. Das ist auch gut so, schließlich werden auch Tätigkeiten und Reflexe wie Atmen, Husten und Bewegungen wie greifen oder laufen vom Gehirn gesteuert. Doch es ist ein großer Unterschied, wie hochtourig unser Gehirn unterwegs ist. Wenn wir gar nicht mehr „herunterkommen“, ständig im Stress sind und vor lauter Hektik vergessen, wer wir eigentlich sind, ist die Katastrophe nicht mehr weit: Burn out & co. lassen grüßen.

Nicht ganz so dramatisch, aber ärgerlich ist das Phänomen, das viele kennen: Kaum ist der erste Urlaubstag da, werden wir krank. Vermutlich ist dieser erste Urlaubstag dieses Jahr bei den meisten der 23.12. – ein Tag, an dem das Haus geputzt, der Weihnachtseinkauf getätigt und der Baum geschmückt werden soll. Damit wir im 24.12. völlig entspannt und in aller Ruhe Weihnachten feiern können. Haha, entschuldigen Sie, wenn ich lache.

Doch es gibt Hoffnung – wie Sie wissen, bin ich grenzenlos optimistisch und deshalb hier 8 Tipps, wie Sie es schaffen können, Ihre freien Tage wirklich zu genießen:

  1. Kleine Dinge helfen: Schieben Sie nach Ihrem letzten Arbeitstag den Bürostuhl an den Schreibtisch und setzen Sie somit für sich ein sichtbares Zeichen, dass die Arbeit beendet ist.
  2. Nachdem Sie in der Arbeit Ihren PC ausgeschaltet, den Bürostuhl an den Schreibtisch geschoben und Ihre Sachen gepackt haben, und zwar am letzten (!) Arbeitstag, tun Sie etwas für Ihren PC im Kopf: Fahren Sie ihn herunter. Das macht in diesem Fall der motorische Cortex in Ihrem Gehirn. Wenn er in Aktion ist, fährt er sozusagen Ihr Gehirn herunter, Stresshormone lösen sich zum Teil auf und Sie können wieder klarer denken.
    Also: Bewegen Sie sich ausführlich, wenn Ihr letzter Arbeitstag vorbei ist. Gehen Sie zum Schwimmen, Joggen, Radfahren oder machen Sie einen ausführlichen, flotten Spaziergang. Ihr motorischer Cortex kommt in Schwung und fährt Ihr Gehirn herunter. Das kennen viele Menschen unter dem Stichwort „Kopf freikriegen durch Bewegung“. Denn in Bewegung lösen sich auch die Stresshormone auf, die in den letzten Wochen massenweise an Ihren Synapsen angedockt gesetzt haben.
  3. Gönnen Sie Ihrem Gehirn Abwechslung: Verpacken Sie Ihre beruflichen Gedanken imaginär in eine Kiste und stellen Sie diese Kiste in ein Eck Ihres Gehirns. Dort werden Sie sie an Ihrem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub wieder abholen. Dann stürzen Sie sich mit Freude auf private Gedanken. Keine Angst, Sie vergessen deshalb nicht alles, was Sie in den letzten Tagen und Wochen gedacht und gearbeitet haben. Ganz im Gegenteil: Ihr Gehirn arbeitet im Unterbewusstsein weiter und stellt Ihnen die Informationen wieder zur Verfügung, wenn Sie die Kiste nach dem Urlaub wieder hervorholen – ganz entspannt.
    Sollte doch einmal ein Gedanke an die Arbeit kommen, schicken Sie ihn freundlich, aber bestimmt in die Kiste. Sie zweifeln, dass das funktioniert? Probieren Sie es aus!
  4. Seien Sie nicht erreichbar. An den Weihnachtsfeiertagen wird Ihr Chef Sie hoffentlich nicht zu erreichen versuchen, aber vielleicht danach. Schalten Sie Ihre beruflichen Kommunikationskanäle aus! Es ist auch ein großer Unterschied für Sie, ob Sie Ihr Smartphone nur stumm schalten oder tatsächlich ausmachen. Das „Aus“ ist deshalb eine große Erleichterung, weil Sie wissen, dass keine Nachricht kommen kann. Bei der Stummschaltung sind wir trotzdem versucht, immer mal wieder nachzuschauen.
  5. Genießen Sie bewusst Rituale – gerade in der Weihnachtszeit gibt es eine Menge davon. Die Betonung liegt hier im übrigen auf „genießen“: Überlegen Sie gut, ob es Rituale sind, die Ihnen nicht gut tun oder ob es Rituale sind, die Ihnen Kraft geben. Muss es wirklich das superaufwändige mehrgängige Menu sein, das Ihnen Kraft und Nerven raubt? Tut es vielleicht mal etwas Einfacheres? Oder die Gäste bringen das Dessert mit? Muss bei jedem Besuch bei Verwandten und Freunden wieder gegessen werden? Vielleicht ist auch eine Verabredung zum Spaziergang schön – Sie sind in Kontakt und tun sich mit der Bewegung gleichzeitig noch etwas Gutes. Überdenken Sie Ihre Rituale und ändern Sie die, die Ihnen Kraft und Energie rauben.
  6. Setzen Sie Prioritäten. Stressen Sie sich gerade in Ihrer freien Zeit nicht. Auch da hat der Tag nur 24 Stunden und was nicht geht, geht nicht. Überlegen Sie sich grob (für die kreativ-chaotischen) oder genau (für die logisch-geordneten), was Sie dringend machen wollen und machen Sie einen (ungefähren) Plan. Alles andere ist optional und wird erledigt, wenn Sie das möchten. Da kann dann auch mal ein geplanter Kinobesuch ausfallen – oder eben nicht, wenn Sie ihn auf die Prioritätenliste ganz oben stellen. Und das sollten Sie spätestens dann tun, wenn Sie nicht mehr ohne Navi ins Kino finden.
  7. Wenn Sie nach ein paar Tagen Ihr Gehirn etwas heruntergefahren haben, füttern Sie es – denn es möchte beschäftigt sein. Lesen Sie ein gutes Buch, lesen Sie Ihre Lieblingszeitung von vorne bis hinten, gehen Sie ins Theater, Kino und besuchen Sie Ihre Freunde. All das hält Ihr Gehirn auf Touren, ohne es zu überanstrengen. Es kann neue, andere Reize verarbeiten und bleibt fit.
  8. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf. Unser Gehirn verbraucht sehr viel Energie, deshalb brauchen wir auch viel Ruhe. Versuchen Sie, 7 bis 8 Stunden pro Nacht zu schlafen – der Urlaub ist hier ein guter Anfang, das einzuüben. Denn nur mit einem ausgeruhten Gehirn sind Sie wieder leistungsfähig und freuen sich auf die Herausforderungen des Lebens.

Schreiben Sie mir, wie es Ihnen ergangen ist. Ich bin gespannt!

Herzlich, Julia Kunz

P.S.: Extratipp: Essen Sie viele Nussplätzchen – Nüsse sind die optimale Ernährung für das Gehirn!