5 Tipps, wie Sie locker ins Gespräch kommen 2016 II

Ich stelle immer wieder fest, dass es viele Menschen gibt, die mit dem Thema „Netzwerken“ nicht so viel anfangen können. Für mich ist es sozusagen überlebenswichtig, da ich dadurch zu guten Kontakten und letztendlich Aufträgen komme.

Einer der Punkte, warum manche Menschen denken, ohne Netzwerken besser leben zu können (nicht beachtend, dass sie netzwerken, auch wenn sie nur die Kollegin um einen Gefallen bitten), ist sicherlich die Schwierigkeit, neue Kontakte zu knüpfen. Denn dazu gehört, möglichst alleine zu Veranstaltungen zu gehen und dort auf wildfremde Menschen zuzugehen.

Das fällt verständlicherweise vielen Menschen nicht leicht. Ich habe Ihnen fünf Tipps aufgelistet, die es auf jeden Fall leichter machen, auf andere Menschen zuzugehen.

Das Wichtigste ist dabei: Probieren Sie es! Sie haben nichts zu verlieren. Sollten Sie mit einer Person nicht ins Gespräch kommen, verabschieden Sie sich und gehen weiter. Das ist Ihrem Gegenüber vermutlich mindestens so peinlich wie Ihnen, sollte es aber nicht sein. Man kann nicht mit jedem – selbst ich nicht. 😉

Viele Menschen sind auf Business-Veranstaltungen froh, wenn sie jemand anspricht und normalerweise entwickelt sich ein Gespräch. Manchmal dauert es ein paar Minuten, bis man richtig „drin“ ist und manchmal geht es gleich lustig los. Damit Sie überhaupt anfangen, rate ich Ihnen zu folgendem:

  1. Zeigen Sie Zähne

Lächeln Sie – zum einen benötigen Sie dazu weniger Muskeln als wenn Sie grimmig schauen. Zum anderen lächelt Ihr Gegenüber zurück und ein Gesprächseinstieg ist wesentlich einfacher.

Unser Gehirn spiegelt uns die Mimik unseres Gegenübers wider. Wenn Sie freundlich auf andere Menschen zugehen, hält die Amygdala, das Furchtzentrum, still und Sie werden gerne empfangen. Schauen Sie hingegen grimmig, kommen Urinstinkte hoch und der Neandertaler in uns möchte Sie gerne vertreiben. Das geht im heutigen zivilisierten Umfeld ganz unblutig durch verschränkte Arme und eine abweisende Mimik.

  1. Zeigen Sie nonverbal Ihr Lächeln

Gehen Sie aufrechten Schrittes und mit offener Körperhaltung auf Ihren nächsten Gesprächspartner zu. Also nicht: Glas mit beiden Händen verkrampft festhalten, Schultern nach vorne, Blick nach unten, sondern: Glas mit einer Hand halten, die Schultern möglichst entspannen und Blickkontakt suchen.

In Abwandlung des Postkartenmottos „Lächle – Du kannst sie nicht alle töten.“ gilt hier: „Lächle – Du kannst sie nicht alle umarmen.“ Gehen Sie mit freundlichem Gesicht durch die Veranstaltung und schauen sie, wo Ihr Lächeln erwidert wird. Dort können Sie leichter anknüpfen und ein Gespräch ergibt sich quasi von alleine.

  1. Zeigen Sie Interesse

Stehen Sie in einem Gesprächskreis, signalisieren Sie durch Blickkontakt, zustimmendes Nicken und Bemerkungen wie „Ja, genau!“, „Ach, wirklich?“ u.ä., dass Sie mit ins Gespräch kommen möchten.

Sicher kennen auch Sie die Situation, dass sich bei lockeren geschäftlichen Veranstaltungen ein kleiner Gesprächskreis bildet. Wenn jemand am Gespräch teilnehmen möchte, ist das leicht möglich, der Abstand zwischen den Anwesenden ist normalerweise groß genug, so dass sich Interessierte dazustellen können. Doch wie befremdlich ist es, wenn sich jemand dazugesellt, kein Wort sagt und an den Boden/zur Decke blickt? Er wird nicht in das Gespräch aufgenommen, da er signalisiert, dass er das eigentlich gar nicht möchte. Machen Sie es sich und den anderen einfach und bedeuten Sie mit Körpersprache und verbalem Ausdruck, dass Sie mitreden möchten.

  1. Zeigen Sie Empathie

Finden Sie einen allgemeinen Gesprächseinstieg, zu dem jeder etwas sagen kann. Die Klassiker sind das Wetter (nein, niemals zu abgedroschen), die Veranstaltung (bitte nur Positives!) oder die Anfahrt (nervige Staus dürfen erwähnt werden, ansonsten bitte nicht nörgeln). Warten Sie die Antwort Ihres Gesprächspartners ab und gehen Sie darauf ein.

Eine Falle ist die, dass Sie denken, zur Gesprächseröffnung gehört auch gleich ein ganzer Schwall an Sätzen. Nein. Machen Sie eine Bemerkung und stellen Sie eine offene Frage dazu: „Ganz schön heiß heute. Wie schaffen Sie es, dabei so entspannt auszusehen?“ Die W-Fragen sind eine gute Methode, um ein Gespräch in Gang zu bringen. Hier muss der Befragte mehr sagen, nur „ja“ oder „nein“ geht nicht. Legen Sie sich ein paar Standard-W-Fragen zu Themen wie Wetter, Anreise oder Veranstaltung zurecht, damit Sie für den Fall der Fälle gewappnet sind.

  1. Zeigen Sie sympathische Professionalität

Sie haben ein Gesprächsthema gefunden, möchten aber Ihre neu gewonnene Fertigkeit am nächsten Stehtisch ausprobieren. Verabschieden Sie sich nach einiger Zeit freundlich und bitten Sie um die Kontaktdaten Ihres Gegenübers, damit Sie das angenehme Gespräch beizeiten fortsetzen können. Sie zücken Ihre mitgebrachte Visitenkarte, nehmen die Ihres Gegenübers wertschätzend entgegen und freuen sich auf das nächste Gespräch!

Hier in unserem Kulturkreis haben Visitenkarten nicht den ganz großen Stellenwert wie in manchen Teilen der asiatischen Welt. Doch auch hierzulande ist es unhöflich, eine Visitenkarte unbesehen in die Hosentasche zu stecken. Werfen Sie einen kurzen Blick drauf und machen Sie eine Bemerkung zur Firma, Stellung, Logo, Papier. Dann stecken Sie die Karte sorgfältig ein – und denken Sie im Büro daran, sie wieder auszupacken und den Kontakt weiter zu bearbeiten. Doch dazu ein andermal.

In diesem Sinne,

Julia Hayn